Focke, Wilhelm Olbers

Wilhelm Olbers Focke an Ernst Haeckel, Bremen, 6. Mai 1910

Stein. Kreuz 5, Bremen,

6. Mai 10.

Mein lieber Freund,

der Mai ist nun gekommen und ich darf annehmen, dass Du nun wieder daheim weilst. Es rückt nun der Tag näher, für dem wir eine Zusammenkunft mit Krabbe planten. Es war der 26. Mai; Krabbe kann in durchgehendem Zuge um 2.46 oder 5.05 in Rostock eintreffen. Ich werde ihn dort empfangen. Wenn Du und K. damit einverstanden seid, kann ich im Hotel de Russie in Rostock für uns Zimmer bestellen.

Nun wir einmal unser jetziges Alter || erreicht haben, können wir wohl einige Tage für eine Zusammenkunft widmen. Ich denke, dass wir jedenfalls den ganzen 27. zusammenbleiben. Das Stadtbild von Rostock bietet viele anziehende Stellen; bei gutem Wetter sind ferner Ausflüge nach Doberan-Heiligendamm und a nach Warnemünde lohnend. Auch nach dem Mittelmeer hat der Ostseestrand seine besonderen Reize. Krabbe wird allerdings nicht viel mehr von Stadt und Gegend sehen können.

Hoffentlich hast Du genussreiche Wochen an den provenzalischen Gestaden verlebt. Bei mir macht die Verlobung einer Tochter einige Aenderungen im Alltagsleben, doch wird die Hochzeit nicht vor Mitte Juni stattfinden.

Es wird mich freuen, wenn Du mir mitteilen kannst, dass Du mit meinen Reisevorschlägen einverstanden || bist und dass es Dir wohl ergeht.

In alter Freundschaft

Dein W. O. Focke.

a gestr.: nach

 

Briefdaten

Empfänger
Datierung
06-05-1910
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 1897
ID
1897