Victor Fraenkl an Ernst Haeckel, Berlin, 19. Februar 1900

VICTOR FRAENKL

RECHTSANWALT

BERLIN W, DEN 19. Februar 1900

KÖTHENER-STRASSE 1.

Hochgeehrter Herr Professor!

Nach der gestern hier veranstalteten Giordano Bruno-Feier haben sich Mitglieder des Festausschusses (darunter der Unterzeichnete) erlaubt, an Sie ein Ergebenheitstelegramm zu senden.

Nun erlaube ich mir namens desselben Ausschusses Ihnen Folgendes ganz ergebenst vorzutragen:

Wir beabsichtigen, am nächsten oder übernächsten Sonntag eine neue Feier auszuführen, die auf breiter Grundlage klar machen || soll, was Giordano Bruno uns modernen Menschen und auch noch den künftigen Geschlechtern sein kann und soll. Wir denken an eine flammende Kundgebung für den freien Geist! Und wir kennen keinen würdigeren Interpreten für diese große Sache, als Sie, hochgeehrter Herr Professor! Daher gestatte ich mir zunächst die ehrerbietige Anfrage, ob Sie die Güte haben würden, für einen solchen Akt die Festrede zu halten, ev:, welche Tage Ihnen am genehmsten wären. Sie würden || uns außerordentlich verbinden, wenn Sie mir, so schnell es angängig, eine telegraphische Antwort zukommen ließen.

Ich habe die Ehre, mit der Versicherung tiefstgefühlten Dankes und ausgezeichneter Hochachtung zu zeichnen als

Ihr ergebener

Victor Frankl.

RA.

Brief Metadaten

ID
1767
Gattung
Brief ohne Umschlag
Entstehungsort
Entstehungsland aktuell
Deutschland
Entstehungsland zeitgenössisch
Deutsches Reich
Datierung
19.02.1900
Sprache
Deutsch
Umfang Seiten
3
Umfang Blätter
2
Format
14,1 x 22,3 cm
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 1767
Zitiervorlage
Fraenkl, Victor an Haeckel, Ernst; Berlin; 19.02.1900; https://haeckel-briefwechsel-projekt.uni-jena.de/de/document/b_1767