Weiß, Ernst

Ernst Weiß an Ernst Haeckel, Zeitz, 10. Februar 1872

Zeitz d. 10. Febr. 1872.

Lieber Freund!

Ich kann und mag es doch nicht unterlassen, Dir davon brieflich Kenntniß zu geben, was dieser Tage in den Zeitungen gestanden hat und nur auf diesem Wege bekannt wurde, nämlich daß ich dabeia bin, mir eine Frau zu holen und Aussicht dazu habe, weil die Braut schon da ist. Vielleicht weißt Du auch schon, daß ich Ostern nach Kiel als Prof. der Mineralogie gehen werde und man hat ja schon öfter erlebt, daß bei solch einer Gelegenheit sich einer verdoppelte; so konnte ich nicht wohl eine Ausnahme machen. Das Alles ist nun für Dich nicht allzu interessant und einen bessern Brief zu schreiben, bin ich hier im Hause meiner lieben Braut aus gewissen Gründen nicht recht im Stande, bitte || also um Absolution wegen Form und Maaß dieses Schreibens.

Ich habe immer mit Freuden von dem Herrn Prof. Häckel in Jena gehört, bis vor Kurzem öfter durch die alte Tante, die nun nicht mehr schreiben kann. Hoffentlich werden aber die Nachrichten nun nicht ganz aufhören und hoffentlich auch nicht die Überzeugung, daß dort in Jena manchmal freundlich auch ferner meiner gedacht wird. Darum bittet unter Beifügung von 1000 Grüßen

Dein

Weiß.

a korr. aus: auch

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
10-02-1872
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 16657
ID
16657