DEUTSCHE MEDIZINISCHE WOCHENSCHRIFT
BERLIN-CHARLOTTENBURG 4, SCHLÜTERSTR. 53.
CHARLOTTENBURG, DEN 16. Sept. 1914
Hochverehrte Exzellenz.
Ich komme leider erst heute dazu, Ihr sehr freundliches Schreiben vom 11. zu beantworten, weil ich erst heute nach mehrtägigem Krankenlager (inclusive Operation in Narkose) an den Schreibtisch gelange. Inzwischen werden Sie wohl im Berliner Tageblatt die durch Wilhelm Foerster begonnene (von mir mit Bestimmtheit erwartete) Polemik und die Antworten von Eucken, Kohler und mir gelesen haben. Ich hoffe, dass nach meinem Schlusssatz die Polemik keine Fortsetzung finden wird, und dass wir nicht gezwungen werden, gröberes Geschütz aufzufahren. Wohl aber hat mich der Angriff von Foerster veranlasst, die Liste der weiteren Unterschriften schon heute dem Wolffschen Telegraphenbüro zu übergeben, um zu zeigen, dass noch mehr Männer, und zwar ohne Agitation, sich der Erklärung angeschlossen haben. Sollten noch zahlreiche weitere Unterschriften trotzdem eingehen (gestern und heute habe ich keine mehr erhalten), so steht der Veröffentlichung nichts im Wege, wenn auch vielleicht das W. T. B. sich nicht mehr dazu bereit finden wird.
Die Druckerei habe ich angewiesen, 100 Abzüge der Erklärung mit den Namensunterschriften Ihnen zu übersenden.
In ausgezeichneter Hochachtung
Eurer Exzellenz sehr ergebener
J Schwalbe
Herrn Wirkl. Geh. Rat Prof. Dr. E. Haeckel. Jena.