Julius Schwalbe an Ernst Haeckel, Berlin, 31. Juli 1901

DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT

REDACTION: BERLIN W., LICHTENSTEIN-ALLEE 3.

BERLIN, DEN 31. Juli 1901

Hochzuverehrender Herr Geheimrath!

Meine folgende ungewöhnliche Bitte wollen Sie freundlichst mit dem sie bedingenden außergewöhnlichen Anlaß entschuldigen.

Nach dieser einleitenden Captatio benevolentiae erlaube ich mir an Sie, hochgeehrter Herr Geheimrath, die ergebenste Anfrage zu richten, ob Sie geneigt wären, für unsere Festnummer, die wir zu Virchows 80. Geburtstage vorbereiten, einen Beitrag aus Ihrer Feder beizusteuern. Ich glaube nicht fehl zu gehen in der Annahme, daß Sie der litterarischen – und noch mehr der persönlichen – Berührung mit Virchow ermangeln, indes darf ich doch wohl annehmen, daß bei einer so seltenen Feier frühere Disharmonien, || insbesondere persönlicher Art, verklingen, unter dem Einfluß des Allgemein-Menschlichen, das bei Vollendung des 80ten Lebensjahres durch seine versöhnliche Kraft auch einstmalige Gegner einandera wohl zu nähern vermag. Daß der greise Virchow sich über einen von Ihnen zu einer Festnummer gelieferten Beitrag ganz besonders freuen würde, davon bin ich fest überzeugt, und in dieser Ueberzeugung gebe ich mich der Hoffnung hin, daß Sie meiner Bitte willfahren und sie mit einer freundlichen Zusage baldigst beantworten werden.

Mit dem Ausdruck größter Hochachtung und Ergebenheit

Dr. J. Schwalbe

a eingef.: einander

Brief Metadaten

ID
14529
Gattung
Brief ohne Umschlag
Institution von
Deutsche Medizinische Wochenschrift
Entstehungsort
Entstehungsland aktuell
Deutschland
Entstehungsland zeitgenössisch
Deutsches Reich
Datierung
31.07.1901
Sprache
Deutsch
Umfang Seiten
2
Umfang Blätter
2
Format
14,0 x 21,9 cm
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 14529
Zitiervorlage
Schwalbe, Julius an Haeckel, Ernst; Berlin; 31.07.1901; https://haeckel-briefwechsel-projekt.uni-jena.de/de/document/b_14529