Fürbringer, Max

Max Fürbringer an Ernst Haeckel, Heidelberg, 11. Februar 1906

Heidelberg, 11.2.06.

Lieber und hochverehrter Freund!

Sei für das grosse und wundervolle Geschenk, das uns Buchhändler Köhler in Deinem Auftrage sandte, von Herzen bedankt. Beim Durchblättern der farbenprächtigen und zumeist recht gut wiedergegebenen Bilder haben wir viel der glücklichen früheren Zeiten, ehe das unüberwindliche Leid über uns kam, gedacht und manchen alten Freud wiedergefunden, aber auch neue Bekanntschaften, die uns die Herrlichkeiten erschlossen, die Du gesehen und für andere Menschen-||Kinder auf Papier gebannt hast. Nochmals vielen Dank für Deine Güte und zugleich die Bitte um Entschuldigung, dass meine Feder gar nicht ausdrückt, was ich im Innersten empfinde. Ich leide aber seit Monaten an einer Depression, die alles in mir stumm macht. Du Glücklicher kennst solche Schwächen und Krankheiten nicht.

Mit unserem Dank verbinden wir die herzlichsten Glückwünsche zur Reconvalescenz. Wir hörten zu unserer grossen Freude, dass es Dir so viel besser geht. Möge die Reconvalescenz bald zur völligen Genesung und alter Frische führen und diese Dir ohne Ver-||minderung verbleiben, bis Freund Hein uns ruft.

Hoffentlich geht es auch Deiner lieben Frau und den lieben Deinigen nach Wunsch. Allen viele gute Wünsche, und herzlichste Grüsse von Haus zu Haus.

Dein

M. Fürbringer.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
11-02-1906
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 1379
ID
1379