Fürbringer, Max

Max Fürbringer an Ernst Haeckel, Jena, 1. Juli 1893

Jena, 1. Juli 1893.

Lieber und hochverehrter Freund!

Mit vielen Bitten um Entschuldigung komme ich zu Dir und dem Referirabend.

Noch in letzter Stunde haben wir uns entschliessen müssen, auf die Theilnahme an dem heutigen Referirabend zu verzichten. Zur Abwechslung oder – zur Strafe meiner Sünden habe ich einen Furunkel über den Oberschenkelflexoren bekommen, der derartig auf den N. ischiadicus drückt, dass ich mich nur nothdürftig und mit grosser Unlust bewege; Du hast dafür ein erfahrungsreiches und mitfühlendes Herz. Die Ruhe am gestrigen Abend hat mir wenig genützt; das Ding hat eben seine Zeit. Auch meine Frau ist gar nicht recht wohl.

So schwer es uns ist, heute von der fröhlichen Gemeinschaft fern zu || bleiben, – es hilft nichts, wir müssen zu Hause in Sack und Asche trauern. Auch unser Besuch hat uns im Stich gelassen.

Nochmals Entschuldigung; hoffentlich sorgt Deine gute Stimme dafür, dass man uns nicht böse ist. Selbstverständlich participiren wir an den Kosten.

Herzliche Grüsse und recht viel Vergnügen.

Dein

M. Fürbringer.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
01-07-1893
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 1279
ID
1279