Strasburger, Eduard

Eduard Strasburger an Ernst Haeckel, Bonn, 8. März 1891

Bonn d. 8. März 1891

Lieber Freund!

Du hast uns bei unserem Familienfeste sehr gefehlt und wurde Deiner und der Deinigen oft bei demselben gedacht. Es waren das fröhliche, sorgenfreie Tage. Sind wir doch überzeugt das Glück unseres Kindes einem guten, zartfühlenden Manne anvertraut zu haben, der unser Kind zärtlich liebt. Für Dein || schönes Geschenk werden Dir unsere Kinder selber danken; es war mehr als liebenswürdig von Dir, ihrer in solcher Weise gedacht zu haben. Das junge Paar ist gleich nach der Hochzeit an die Riviera abgereist und dürfte wohl erst in Nervi so viel Sammlung finden, um Briefe schreiben zu können. || Was mich selbst anbetrifft, so bin ich noch nicht mit meinen Plänen ganz im Klaren. Vielleicht suche ich mich auch für einige Wochen irgendwo am Mittelmeer zu etablieren.

Ich kann mir denken welche sorgenvolle Zeit Du hinter Dir hast. Nun ist es ja aber || überwunden und sogar Hoffnung vorhanden, dass das langjährige Leiden Deiner lieben Frau dauernd beseitigt wird. Dass Deine Hoffnung zutreffe wünsche ich Dir von Herzen. Dann werdet Ihr Euch auch voll dem Gefühl des Glücks hingeben können das Euch die Verlobung Eurer Tochter verheisst.

Mit den herzlichsten Grüssen von uns Allen.

In alter Freundschaft

Dein treu ergebener

E. Strasburger

 

Briefdaten

Empfänger
Datierung
08-03-1891
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 12753
ID
12753