Strasburger, Eduard

Eduard Strasburger an Ernst Haeckel, Nizza, 27. März 1875

Nizza d. 27/3 75.

Theurer Freund,

Du wirst Dich vielleicht über die vier Depeschen gewundert haben, die ich nach Ajaccio schickte, allein die Sache hatte eine ganz normale Entwicklungsgeschichte, ich bekam nämlich erst nach drei Tagen a Antwort auf meine ersteb Depesche und dann gleichzeitig auch noch auf zwei andere. Ich wusste nicht || wo ihr steckt und so telegraphirte ich erst Hôtel de France; da bis zum nächsten Tage keine Antwort eingetroffen war, telegraphirte ich an die Direction der Posten. Inzwischen kam ein Brief von meiner Frau mit Eurer Adresse an; ich telegraphirte also nach Hôtel Germania unter Deinem Namen, da ich bis zum nächsten Tage ohne Antwort blieb, glaubte ich Ihr wäret schon verreist und telegraphirte nun definitiv noch an das Hôtel. || Leider erfahre ich aus Deiner Depesche dass auf Ascidien in Ajaccio nicht zu hoffen sei, wie verführerisch es nun auch für mich wäre nach Corsica zu gehen und einige Tage in Eurer Gesellschaft zu verleben, so muss ich doch den Zweck meiner Reise zunächst im Auge behalten und, da ich auch hier keine Ascidien gefunden, zunächst nach Genua gehen um dort welche zu suchen. Ich will mich dort an Doria wenden, finde ich die Ascidien dort, || so habe ich wohl noch Zeit zu Euch zu kommen, wo nicht, so muss ich nach Triest gehen und dort noch mein Glück versuchen.

Inzwischen also noch in letzter Hoffnung auf Wiedersehen. An die beiden Hertwigs meine besten Grüsse.

Dein Dir herzlich

ergebener

E. Strasburger

a gestr.: au; b eingef. mit Einfügungszeichen: erste

 

Briefdaten

Empfänger
Datierung
27-03-1875
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 12721
ID
12721