Gegenbaur, Carl

Carl Gegenbaur an Ernst Haeckel, Heidelberg, 29. Februar 1876

Heidelberg, 29. Feb. 76

Liebster Freund!

Du hattest Recht zu vermuthen daß mir durch das Hausgeschäft ein Hinderniß für meine Correspondenz erwachsen sei, denn in der That, Du würdest entschieden früher von mir Nachricht erhalten haben. So wirst Du aber mein Schweigen selbst am besten entschuldigen, und magst dafür, wie für Deine jüngsten Zeilen meinen Dank entgegennehmen. Daß es Dir und den Deinigen gut geht, habe ich mit Freuden vernommen, und kann Dir Gleiches von uns melden, obschon wir in einiger Sorge schwebten, da Frau und Kind sowie Schwager vor einigen Wochen vom Scharlach befallen wurden. Jetzt soll es dort besser gehen.

Bei deiner in Aussicht stehenden Reise nach Frankfurt vertrauen wir || darauf, daß Du den kleinen Abstecher hieher nicht scheust, und bei uns Quartier nimmst. Ich werde am 10. schließen, vielleicht schon einige Tage früher, befinde mich also bis dahin sicher in dem sehr ersehnten Zustande der Ferien, und was unsere Wohnung angeht, so hat sie noch immer den alten Raum. An den Umzug kommen wir erst zu Ostern, wo das Häuschen in meinen Besitz übergehen wird, Vorbereitungen zum Umzug werden also während des ganzen März noch keine getroffen. Wie bestimmt ich auf Dein Kommen rechne magst Du daraus ersehen daß ich Dir die gewünschte Auskunft über die Lage des Häuschens nicht gebe, und Dich einlade Dir‘s selbst anzusehen. Damit auch alles andere auf Deinen Besuch versparend, schließe ich diese Zeilen mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus, und bin stets Dein

CG.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
29.02.1876
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 10010
ID
10010