Breitenbach, Wilhelm

Wilhelm Breitenbach an Ernst Haeckel, Brackwede, 29. Dezember 1905

DEUTSCHER MONISTENBUND

JENA

Brackwede, 29. Dez. 05

Lieber Herr Doctor,

mit gleicher Post erhalten Sie die Correctur des Rundschreibens etc. und ich bitte um baldige

Rücksendung. Ich kann dann den Druck gleich nach Neujahr vornehmen und Sie werden am 3. Januar die Exemplare erhalten. Ich sehe, Sie haben die Satzungen ja noch mehr gekürzt. Ich persönlich bin ganz damit einverstanden, fürchte aber, wir werden auf der Konferenz auf einige Gegnerschaft stossen. Wenn z. B. nur alle 5 Jahre eine grössere Versammlung stattfinden soll, erkaltet das Interesse zu schnell. Die Einstimmigkeit bei der Ergänzungswahl zum Ausschuss ist sehr bedenklich, da es leicht vorkommen kann, dass eben eine Einstimmigkeit sich nicht herausstellt und andererseits kann ein einziger Widerspruch jede Wahl verhindern. Dieser Passus scheint mir also unpractisch zu sein. Aber das alles wird sich ja finden und klären lassen. ||

Zu der Konferenz werden wohl nicht zu viele Herren erscheinen, da den meisten die Reise zu weit sein wird. Andere Herren haben wieder an diesen mehr geschäftlichen Dingen kein sonderliches Interesse und überlassen die Arbeit gern anderen. Ich kenne das von den anderen Vereinen her zur Genüge. Es ist ja aber nicht nötig, dass gerade viele Herren erscheinen, denn viele Köche verderben nur zu oft den Brei, wie das Sprichwort sagt.

Ich benutze die Gelegenheit Ihnen zum Jahreswechsel meinen herzlichen Glückwunsch zu

übermitteln. Ich hoffe, dass das neue Jahr unserer Sache günstig ist und dass wir bald auf gute Erfolge blicken können.

Mit bestem Gruss

Ihr Dr. W. Breitenbach

 

Briefdaten

Empfänger
Datierung
29-12-1905
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 6011
ID
6011