Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Agnes Haeckel, Berlin, 8. September 1868

Berlin, d. 8ten

September 68.

Liebe Agnes!

Herzlichen Dank für Deinen Brief, den ich gestern erhielt, es freut mich, daß es Dir wohl geht, und Du gute Nachricht von Ernst hast. Gott sei ferner mit Dir und ihm. – Deinem Wunsche gemäß habe ich heute gleich gepackt und zur Eisenbahn geschickt und wünsche das es gut ankommen möge, auf beikommenden Zettel habe || ich Dir vermerkt, was im Packet ist. Gestern besuchte mich Deine Schwester Marie, und schickte mir heute ein kleines Packet für Deine Mutter. Frei konnt ich das Packet auf der Eisenbahn nicht machen. Ihr könnt mir die Fracht in Rechnung bringen. Morgen Nachmittag erwartte ich Karl mit den 3 ältesten Kindern zur Hochtzeit. Donnerstag werden sie mit den Potsdamern etc nach || Baumgarttenbrück eine Landpartie machen, Vater und ich gehen nicht mit, da es uns zu viel wird, da wir Freitag mit zur Hochtzeit fahren. – –

Heute Nachmittag erhielt ich ein paar Zeilen von unserem lieben Ernst, der mir aus Jenbach schreibt, er habe einer Erkältung wegen seine weitere Reise aufgegeben, da er auch Sehnsucht nach Hause habe, und Unruh, daß das zu erwarttende Ereigniß früher kommen könne, als Ihr || gerechnet hättet, so wirst Du Deinen lieben Mann früher wieder haben, als Du es dachtest; Gott gebe Euch ein frohes Wiedersehn, daß Ihr beide gesund und munter seid. –

Sobald Ernst zurück ist, oder Du einen Brief von ihm hast, bitte ich Dich dringend, mir gleich Nachricht zu geben, mit Herz und Gedanken bin ich bei Euch. An Ernst kann ich nicht schreiben, ich weiß nicht wie mein Brief ihn treffen würde. Mit herzlicher Liebe

Euere Mutter Lotte.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
08-09-1868
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 49292
ID
49292