Knaupp, Wilhelm

Wilhelm Knaupp an Leonhard Schultze, Renchen, 25. Februar 1907

Renchen. Feb. 25/07

(Baden).

Hochgeehrter Herr Dr. L. Schultze.

Ihr Werter mich sehr erfreuender Bericht über das 50ig jährige Dr. Jubiläums des großen Forschers E. Haeckels ist richtig bei mir eingetroffen.

Es freut mich, daß so viele erleuchtete Männer sich so mächtig von seiner Lehre u. Philosophie angezogen fühlen. Vor der Hand diene Ihnen zur Nachricht, daß bis zur richtigen Zeit 1000 Mark an die kundgegebene Adreße abgehen sollen, als eine kleine Beisteuer zu dera Haeckel Stiftung mit dem Wunsche, daß sich die Gaben auf Milionen anwachsen möchte. – ||

Ferner diene Ihnen zu wißen, daß dem Herrn Professor Haeckel u. seinem Lebenswerke von mir aus u. meiner Vermögens-Verhältnisse entsprechende größere Summe schon länger als Jahres-Frist testamentarisch zugewendet wurde. Ich möchte diese schriftliche Abmachung jetzt in meinem hohen Alter nicht mehr verändern –

Da das Einkommen dieser Zuwendung jetzt schon nach Herrn Haeckels Sinne verwendet wird. Nährerer Aufschluß kann nicht folgen –

Könnte ich doch am 7ten März selbst bei der Hohen Feier sein u. meinen lieben, hochverehrten Meister in sein herrliches Angesicht zu schauen vergönnt sein.

Mit herzlichem Gruß

von Ihrem ganz Ergebenen

Wilh. Knaupp Privatier

a korr. aus.: dem

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
25-02-1907
Entstehungsort
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 47682
ID
47682