Schild, Johann

Johann Schild an Ernst Haeckel, Padang, 12. Februar 1902

Padang, 12./ II. 1902

Hochgeehrter Herr Professor!

Mein letzter war vom 23/XII; inzwischen erhielt ich Ihr geschätztes Schreiben vom 3/XII wofür ich bestens danke.

Ein neulich gestorbener Caffeepflanzer hat mir einige hübsche Schädel vermacht, welche man mir nach seinem Tode überbrachte. Ich bestimme diese Schädel für Sie, habe jedoch noch keine || anderen Objekte gesammelt, um wieder eine Sendung abrichten zu können.

Ich halte daher die Schädel hier und werde selbe einer nächsten Sendung beipacken, sobald ich Ihre speziellen Wünsche, die ich mir neulich erbethen habe, kenne.

Ein Herr Haacke hier gab mir neulich eine schön rosa gefärbte Gottesanbeterin, welche er für eine große Seltenheit hielt. || Das Thier wurde auf einer röthlichen Blüthe sitzend gefangen, und habe ich es in Wasser mit 10 % Formalin conservirt, hoffend, daß die Farbe erhalten bleibt. Einige Tage später erhielt ich ein ähnliches Thier, jedoch weiß gefärbt, und sende ich Ihnen mit dieser Post beide in einem Gläschen.

Von Herrn Professor Giesenhagen (München) erhielt ich kürzlich dessen Riesenwerk zugesandt: „Auf Java und Sumatra“, || welches Sie wahrscheinlich bereits kennen.

Wir haben in diesem Monate schon einige Erdbeben gehabt, wahrscheinlich wird es wieder irgendwo los gehen.

Mit vorzüglicher Hochachtung verbleibe ich, sehr verehrter Herr Professor,

ergebener

Schild

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
12-02-1902
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 46514
ID
46514