Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Agnes Haeckel, Berlin, 5. April 1871

Berlin 5/4 71.

Liebe Agnes!

Wie sehr habe ich mich mit Dir gefreut über die gute Nachricht von unserem Ernst. So können wir ja hoffen ihn bald hier zu sehn. Vorgestern erhielt ich von ihm ein paar Zeilen an Karl datirt vom 27sten März, worin er uns verweist auf die Nachricht, die wir aus Jena erhalten würden; er schrieb nur damit Karl ihm weiter keine Zeitungen schicken solle, weil || er wahrscheinlich Ostermontag von dort reisen würde. Herzlich danke ich Dir für Deinen lieben Brief und die Photographie unseres kleinen Jungen, die auch Vater große Freude macht. Daß unser Mädelchen jetzt zu nimmt freut mich sehr; nun muß sich aber ihre Mama auch heraus rappeln, daß sie bald frisch wird. ||

Heute habe ich für Dich ein paar Apfelsinen gepackt und dazwischen einige Mehlweißchen für unser Jungelchen. –

Ich wollte schreiben wenn ich nicht mehr zum Nähen sehn könnte, nun kam aber Bertha, da wurde nichts draus, daher jetzt nur diese flüchtigen Zeilen weil ich versuchen will, ob es noch auf der Post angenommen wird. ||

Eben ist Anna aus Potsdam gekommen.

Gute Nacht, meine liebe Tochter, von

Deiner

Mutter Lotte.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
05-04-1871
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36403
ID
36403