Aegidi, Ludwig Karl

Ludwig Karl Aegidi an Ernst Haeckel, Hamburg, 21. März 1863

Hamburg 21./3 63.

Lieber Häckel.

Eilig. – Der Brief Ihrer verehrten Frau ist nach Prag abgegangen. Ihre Papiere ʒ wurden Ihnen zugesandt. – Nun aber Eine Bitte , eine große! Schreiben Sie mir ganz rückhaltlos , welche persönlichen Conflicte haben M. Schleiden aus Jena vertrieben? Hier circuliren so schaurige Gerüchte, dass kein Gedanke an seine Wahl ist, wenn sie sich erweisen. Meiner Discretion sind Sie sicher. – Eine Mätresse mit Kindern, wunderbare Laster u. Vergehen ʒ, so lautet der Leumund.

Was Sie von Jessen und Karsten sagen, ist sehr wichtig. Jessen wäre vielleicht gewählt, vielleicht Karsten. Ich baue hierin auf Ihr Urtheil.

Wie ist Schacht in Bonn (Lehrgabe ), wie ist Reichenbach in Leipzig (Wissenschaftlich, Persönlich).

Wer ist Pringsheim? Zu haben? –

Hat der eminente LaieHofmeister gelehrte Bildun g? und Lehrgabe.

Bitte, bitte, eine umgehende Antwort Ihrem

unverschämten Aegidi

Ida liegt fast hoffnungslos!! Herzl. Gruß an Ihre l ie be Frau u. Sie von uns Beiden a

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Briefdaten

Empfänger
Datierung
21-03-1863
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 9026
ID
9026