Reinicke, Emanuel

Emanuel Reinicke an Ernst Haeckel, Leipzig, 3. August 1909

WILHELM ENGELMANN

VERLAGSBUCHHANDLUNG

LEIPZIG, DEN 3. August 1909

MITTELSTRASSE 2

Ew. Excellenz

danke ich verbindlichst für Ihren geschätzten Brief vom 25. vorigen Monats, zu dessen Beantwortung ich jedoch erst heute zu kommen vermag, nachdem die Festlichkeiten des hiesigen Universitätsjubiläums glücklich überstanden sind. Mit grossem Interesse habe ich von den Mitteilungen über die neue Auflage Ihrer Anthropogenie Kenntnis genommen und daraus ersehen, dass mit der Drucklegung der neuen Auflage spätestens im Oktober begonnen wird, unda dass etwa im März 1910 ihr Erscheinen in Aussicht genommen werden könnteb.

Dass Sie mit der Druckerei von Pohle und auch mit der Lithographischen Anstalt von || Giltsch bereits Rücksprache genommen haben und uns beide Anstalten zugesichert haben, sie würden die von Ihnen angegebenen Termine einhalten, ist mir sehr lieb, aus Ihren Briefen zu entnehmen.

Dass Sie meine Anregung, für die Bearbeitung der neuen Auflage der Anthropogenie evl. einen Mitarbeiter heranzuziehen, nicht für ausführbar halten, ist mir insofern verständlich als dadurch der Charakter des Werkes eine nicht unwesentliche Umgestaltung erfahren würde und vor allem die populäre Darstellung beeinträchtigt wird, was natürlich auch auf den Absatz nicht unwesentlichen Einfluss ausüben dürfte.

Um die neue Auflage möglichst billig herzustellen und auch einen dementsprechenden Preis festzusetzen, werde ich Ihrer Weisung entsprechend, die Lithographischen Tafeln 1, 18, 19 und 24 in einem anderen Verfahren zur Ausfüh-||rung bringen. Ob dafür die Autotypie oder ein anderes Verfahren zur Verwendung kommen wird, dazuc habe ich mich mit einer hiesigen Anstalt in Verbindung gesetzt; Antwort darauf aberd noch nicht erhalten. Sobald diese eingeht, werde ich nicht verfehlen, Sie davon in Kenntnis zu setzen.

Dass „Rabl’s Geschichte II“ und „Gegenbaur-Fürbringer, Lehrbuch I“ Sie sehr interessiert hat, habe ich mit besonderer Freude Ihrem Briefe entnommen. Hierbei möchte ich nicht unterlassen, Ihnen davon Mitteilung zu machen, dass die Zusendung des Lehrbuches nicht nur in meinem sondern auch im Auftrage des Herrn Geheimrat Fürbringer erfolgt ist. Es ist e leider von meiner Seite übersehen worden, Ihnen dies gleich mitzuteilen. Ich würde Ihnen dankbar sein, wenn Sie an Herrn Geheimrat Fürbringer schreiben und ihm den Eingang des Bandes durch einige Zeilen bestätigen wollten.

In aufrichtiger Hochschätzung

Ew. Excellenz

sehr ergebener

E Reinicke

Ew. Excellenz

Wirklicher Geheimrat

Prof. Dr. E. Haeckel, Jena.

a korr. aus: so; b gestr.: möchte; eingef.: könnte; c eingef.: dazu; d eingef.: aber; e gestr.: leider

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
03-08-1909
Entstehungsort
Entstehungsland
Zielort
Jena
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 48503
ID
48503