Sprenger, Therese; Sprenger, Gustav

Therese Sprenger an Ernst Haeckel, Mainz, 24. Dezember 1913

DR. MED. ET PHIL. GUST. SPRENGER

PRAKT. ARZT

MAINZ 24. XII. 1913.

Mein lieber hochverehrter Herr Professor, Zum frohen Weihnachtsfeste erlauben wir uns Ihnen die herzlichsten Glückwünsche zu senden. Die lieben Grüße, die uns Herr Dr. Schmidt anläßlich seines Vortrages in Mainz von Ihnen übermittelte haben uns beehrt und hocherfreut. Ich wollte Ihnen damals gleich herzlich dafür danken, aber wir waren alle der Reihe nach an Influenza und Halsentzündung erkrankt, was mich am Schreiben hinderte. Vor allem war es uns eine rechte Freude von Herrn Dr. Schmidt zu hören, daß Sie sich gesundheitlich so wohl fühlen und ausgezeichnet aussehen. Von ganzem Herzen hoffen wir alle das neue Jahr möge Ihnen alles alles Gute bescheren. Das Bildchen stellt Ihnen außer Ernst unseren Gustav vor, der korpulativ ein Riese gegen Ernstchen ist, || sich aber geistig viel langsamer entwickelt. Auch hat er sich von seiner Blinddarmentzündung vollständig erholt und wird zu Ostern wohl in die Odenwald schule bei Herrn Geheeb eintreten. Wir sind durch den Beruf meines Mannes auf die Stadt angewiesen u.für Ernst ist die Freiheit in feinster Waldesluft mit gleichaltrigen Gefährten sicher das beste was wir ihm vorerst zu bieten vermögen. Ernst ist in der Turnstunde der beste Turner, er turnt bei 9jährigen Kindern u. ist doch erst 5½ Jahre alt. Lieber Herr Prof. Sie hätten sicher Ihre Freude an dem kleinen gelenkigen Kerlchen. Mein Mann, der immer mit Arbeit überhäuft ist schließt sich mit den besten Wünschen für Ihr Wohlergehen an u. wir sind mit vielen lieben Grüßen in herzlicher Verehrung u. Zuneigung

Ihre Familie Sprenger.

 

Briefdaten

Gattung
Empfänger
Datierung
24-12-1913
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 47971
ID
47971