Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Helene Freifrau von Heldburg, Jena, 9. Juli 1897

Jena, den 9. Juli 1897.

Hochverehrte Gnädige Frau!

Für Ihr gütiges Telegramm bestens dankend, erlaube ich mir unsere besondere Freude auszudrücken, daß auch Seine Hoheit Prinz Ernst Sie begleiten und uns die Ehre Seines Besuches erweisen will. Ich werde Sie also Montag Vormittag 10 Uhr 24 m. an der Paradies-Station erwarten und sogleich in das ganz nahe gelegene Zoologische Institut hinüber geleiten, um Ihnen unsere neuen Sammlungen zu zeigen. ||

Um 12 Uhr würden wir dann, wenn es Ihnen genehm ist, unser Frühstück in meiner Wohnung einnehmen. Herr Geh. Staatsrath Eggeling und Frau Gemahlin werden daran Theil nehmen. Herr Oberstaatsanwalt Lommer, den ich soeben persönlich dazu einladen wollte, ist seit 14 Tagen verreist und wird erst Ende nächster Woche zurück erwartet.

Für 2 Uhr habe ich 2 Wagen für die Spazierfahrt auf den „Forst“ bestellt. Wir haben dann immer noch Zeit, von dort die kleine Excursion nach der herrlichen „Ammerbacher Platte“ zu machen. ||

Von dort können wir rechtzeitig zum Weimar. Bahnhofe hinabfahren, wenn Sie um 4 Uhr 47 m. nach Weimar fahren wollen. Schöner wäre es freilich, wenn Sie erst mit dem späteren Zuge 6 Uhr 24 m. abreisen würden.

Falls Sie mit der Disposition und Stunden-Eintheilung dieses Programms einverstanden sind, bedarf es keiner Antwort. Ich werde inzwischen dem Helios opfern, damit er uns am Montag das freundlichste Gesicht zeige.

Indem ich Sie bitte, Ihren Hoheiten dem Herrn Herzog und Prinz Ernst meinen ehrerbietigsten Gruß und Dank zu übermitteln, bleibe ich in aufrichtigster Verehrung

Ihr ganz ergebener

Ernst Haeckel.

 

Briefdaten

Verfasser
Datierung
09-07-1897
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
Thür. Staatsarchiv Meiningen
Signatur
Hausarchiv, NL Helene von Heldburg, Nr. 87
ID
39932