Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 20. Mai 1874

Potsdam 20/5 74.

Mein lieber Ernst!

Obgleich Du dies mal mündlich durch Karl und Clara meine herzlichen Grüsse erhälst, so muß ich Dir doch noch einige Zeilen schreiben über einige geschäftliche Mittheilungen.

1) Ich habe Karlen die Pappiere die ich noch von Dir hier habe, nicht mitgegeben, weil sie sich in Halle und Merseburg noch aufhalten, also werde ich sie Dir aufheben bis Du herkommst.

2) Hast Du noch gezeichnet auf die Anleihe der Westphalia? und hast Du darauf Antwort von Dortmund erhalten: wo Du die Zahlung leisten || sollst?

Ich habe auf meine Zeichnung von Dortmund die Weisung erhalten daß ich an Bleichröder in Berlin zahlen kann. Das ist mir recht lieb. Wenn Du willst, das ich das auch für die Einzahlung besorgen soll, so gieb Karlen die dazu nöthigen Gelder und Pappiere mit. – Willst Du dazu noch die Warschau-Wiener a 100 Thaler verkauffen, so gieb sie auch Karlen mit, || die Coupons habe ich dazu hier.

Herzliche Grüsse an Agnes, heute scheint wirklich das Wetter leidlich zu werden, Wochenlang hatten wir Regen, Sturm, Schnee, Hagel etc. reizender Mai! – Hoffentlich habe Ihr es mit Euerem Besuch besser. Meine Gedanken werden viel in Jena sein, und ich werde mich freuen, wenn meine lieben Kinder zusammen recht fröhlich sind. Das gebe Gott. – Seid innig gegrüßt von

Deiner

alten Mutter

Lotte.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
20-05-1874
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36589
ID
36589