Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 8. Oktober 1897

Potsdam, d. 8 October

1897.

Lieber Bruder!

Bei Deinem Schweigen nehme ich an, daß Du nach deiner Rückkehr in gewohnter Weise dick in der Arbeit drin sitzest. Ich nehme aber deshalb auch an, daß die Papiere mit den Zinsscheinen bei der Uebergabe an die Deutsche Bank in Ordnung waren. Tante Bertha habe ich seitdem nicht gesprochen.

Auf Dein Anerbieten, zu den Kosten meines Sommeraufenthaltes in Flinsberg beizutragen, möchte ich insoweit eingehen, daß Du mir dazu etwa die Hälfte: 750 Mk., giebst. (Ich habe im Ganzen 1540 M gebraucht.) Ich würde dies Geschenk mit Dank annehmen.

Deine Kasse hat nach Eingang der Hypothekszinsen und eingerechnet die ganzen Papierzinsen noch einen Bestand von ca. 2400 Mk. Willst Du nun den Betrag (abzüglich des Geschenks) nach Jena gesandt haben, oder soll ich ihn an die Deutsche Bank abführen? a deren vollständige Adresse ich mir erbitte. –

b Kommt dann noch ein Bericht über Tiflis und die Rückreise? – Deinen IX. Reisebericht (Kaukasus) erhielt || ich gestern von Leipzig aus (Meyer), habe ihn heute an Georg, zu seinem morgenden Geburtstag gesandt. Er ist mit der Lage u. Umgebung Flensburg’s sehr zufrieden. Freilich wird ihm seine Frau, mit der es sich etwas gebessert haben soll, wohl erst gegen Weihnachten nachfolgen.

Mit meinem Zustand ist wenig Veränderung. Nach den 2-3 schönen Tagen, an denen ich über Mittag draußen sein konnte (1 Oct. bis zur Fontaine in Sans Souci gegangen), bin ich wieder eingeklaust. Beschäftigung habe ich immer noch genug, wickle allmählig die Vereinssachen ab.

Was macht den Agnes u. Emmchen? Mit herzlichen Grüßen an Euch alle, auch von Frl. Kniebe,

Dein

treuer Bruder

C. Hkl

a eingef.: deren vollständige Adresse ich mir erbitte. –; b mit Einfügungszeichen eingef.: Kommt dann noch…und die Rückreise? –

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
08-10-1897
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35339
ID
35339